Regensburgerin on Tour

Semi-qualifizierte Kommentare über eTourism, Tourismus-Marketing, Social Media und Ähnliches.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Jetzt bin ich seit zwei Wochen in Ghor Al Mazraa und langsam zeigen sich auch die Früchte meiner Arbeit. In diesem Land geht einfach alles langsamer, inklusive der Internetverbindung. Zusätzlich schlage ich mich hier mit einem Ubuntu-Rechner rum, auf dem viele Programme in Arabisch sind… ejal, irgendwie habe ich es trotzdem geschafft eine Mailingaktion an verschiedene Tourismus- und Umwelt-Organisationen zu schicken, um das Projekt bekannter zu machen und evtl. die ein oder andere Kooperation in die Wege zu leiten. Ich bin gespannt, was sich daraus ergibt. In Sachen „Hardware“ hat sich während meines Aufenthalts auch einiges getan: 4 Hühner-Küken, 4 Babykatzen, eine Schildkröte und ein Bedouinenzelt sind jetzt Teil des Projekts (ob sie wollen oder nicht…).

Networking läuft hier auch etwas anders: Wir waren Vorgestern in der Stadt Karak, die für ihre Kreuzritterfestung bekannt ist. Bevor wir uns dem touristischen Spaßprogramm widmen konnten, mussten wir allerdings erst zur Polizeistation, um das Visum eines Volunteers zu verlängern. Auf dem Weg dahin wurden wir an der Ampel von einer Frau angesprochen, weil wir a) europäisch und b) verwirrt aussahen. Ihre Nachbarn sind nämlich eine deutsche Familie und da nahm sie sofort an, dass wir die evtl. besuchen wollen. Wollten wir zwar nicht, aber im Gespräch ergab sich, dass wir für eine Umwelt-NGO arbeiten und sie selbst für das Umweltministerium tätig ist. Da wird dann mal eben an der Ampel die Email-Adresse ausgetauscht und zack, schon hast einen Fuss im Ministerium, weil du verwirrt in der Gegend rumstehst.

Anschließend also die Festung in Karak, die einen tollen Ausblick über das umgebende Gebirge bietet, ansonsten aber nur ein ungeordneter Haufen Steine ist. Wer ohne Gästeführer unterwegs ist, braucht schon verdammt viel Vorstellung, um sich zu erschließen, in welchem Teil der Festung er sich befindet und wofür die einzelnen Räume dienten. Beschilderung ist hier irgendwie nicht so in, genauso wenig wie Beleuchtung in den unteren Räumen. Angeblich hat sich letztes Jahr ein Tourist in den Katakomben so böse verlaufen, dass man ihn erst nach zwei Tagen wieder gefunden hat. De facto wurde der Fels von Karak seit dem 9 Jh.v.c. als strategisch wichtiger Punkt durchgehend von irgendwelchen Herrschern besetzt. Besonders wichtig war der Fels nicht nur wegen seiner uneinnehmbaren Lage, sondern auch durch seine Nähe zu Jerusalem. Wegen eben dieser Nähe haben sich dann in den Kreuzzügen diverse Leute um die Festung gekloppt, bis schliesslich der Araberfürst Saladin die Christen verjagen konnte. Von Saladin steht eine Reiterfigur auf dem Marktplatz, die angesichts der hupenden Autos allerdings etwas untergeht.

Mit einem öffentlichen Bus durch das umgebende Gebirge zu fahren, war definitiv eine Nahtod-Erfahrung. Malik, unser Begleiter und seines Zeichens Automechaniker, war so freundlich uns bergab auf einer Serpentinenstraße mit gefühlten 90%-Neigung nicht nur zu erklären, dass es schlecht ist, dass wir die Bremsen hören konnten, sondern er erläuterte uns auch verschiedene Theorien, was da kaputt sein könnte. Allein das Einsteigen in den Bus ist hier eine Herausforderung, weil die Sitzordnung den Familienstand und Geschlecht der Passagiere berücksichtigen muss. Zur Thematik Frauen in diesem Land werde ich aber später ausführlicher berichten.

Damit es nicht untergeht: Hier ein paar Eindrücke vom Toten Meer. Das war absolut gigantisch, weil man hier in der Gegend (Südseite) das Ufer für sich allein hat.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am März 28, 2013 von in Jordanien, Tourismus selbst erlebt.

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