Regensburgerin on Tour

Semi-qualifizierte Kommentare über eTourism, Tourismus-Marketing, Social Media und Ähnliches.

Gutes Timing

Ich habe gutes Timing bewiesen und bin mit meinem Semester pünktlich fertig geworden, um in Ruhe eine längst überflüssige Diskussion im Tourismus zu verfolgen. Die politische Situation in Ägypten und Tunesien hat in Europa bisher nie jemanden gejuckt, solange man da gut am Strand liegen konnte.

Ein Diktator regiert? Die Einheimischen sind arm? – Na und, was geht mich mein Urlaubsland an? Diese Haltung dürfte weit verbreitet sein.

So formuliert es Jeanne Rubner in der SZ. Die Diskussion über die Verantwortung der Veranstalter im jeweiligen Zielgebiet geht schon seit Jahren um, allerdings eher als Nischenthema. So hat z.B. das Forum anders reisen das erste Corporate Social Responsibility Qualitätssiegel eingeführt. Tatsächlich scheint es zumindest bei den gebildeten, kulturinteressierten Touristen eine Mehrzahlungsbereitschaft zu geben, wenn damit soziale und ökologische Ansprüche der Zielgebiete gewahrt werden können, aber das große Volumen der deutschen Urlauber sind (leider) nach wie vor die 14 Tage all inklusiv Pauschalurlauber. Das viel strapazierte Argument Tourismus wäre eine Art Entwicklungshilfe für Regionen der Welt, in denen Industrie einfach nicht denkbar ist,  muss um einige Aspekte eingeschränkt werden. Wenn ich als Pauschalurlauber bei einem deutschen Veranstalter buche, mit einer deutschen Airline fliege, in einem deutschen Resort urlaube, dieses Resort nur für Ausflüge mit deutschen Gästeführer verlasse, dann landet 90% meiner Kohle nicht im Urlaubsland, sondern wieder in Deutschland. Das ist jetzt für touristisch Interessierte freilich keine große Neuheit, aber versucht man dieses Wissen an den Kunden zu transportieren, kommt man schnell an den Punkt, an dem man sich fragen muss warum man sich freiwillig mit dem Menschenschlag „Tourist“ rumschlägt. Der große Motivkomplex „Erholung und Ruhe“ schließt kritisches Denken und Verantwortungsbewusstsein anscheinend aus. Deswegen wundert es nicht, dass die deutschen Veranstalter zwar von Verantwortung reden, aber lieber die „Vorteile“ ihrer Arbeit sehen, anstatt sich zu fragen was man besser machen könnte. Es bleibt der bittere Nachgeschmack, dass sich nichts aus der Urlaubsindustrie heraus ändern wird, sondern vielmehr der Endkonsument (mal wieder) durch bewusstes buchen oder eben nicht-buchen die Veranstalter zum Umdenken zwingen muss. Knaller am Rande: Klaus Brähmig, seines Zeichens CDU Abgeordneter und Mitglied im Tourismusausschuß fordert die deutschen Reiseveranstalter zu mehr Verantwortung auf. Hat ihn allerdings 2009 nicht davon abgehalten sich vom DRV zur Jahrestagung in – richtig geraten- Ägypten und Tunesien einladen zu lassen…

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Damit mein Blog nicht endgültig zum touritischen Nachrichten Sammler verkommt, hier auch mal wieder was in eigener Sache

In 3 Wochen gehts nach Stralibu! Einerseits Vorfreude pur, andererseits läuft einem die Zeit irgendwie durch die Hände. Den ersten freien Wertktag nach den Prüfungen habe ich gleich mal genutzt mich verstümmeln zu lassen, da ich endlich mein seit 2 Jahren geplantes Regensburg-Tattoo in die Tat umgesetzt habe. Leider hat es so höllisch weh getan, so dass wir die Sache in 2 Sitzungen aufsplitten mussten und ich jetzt 5 Monate mit einer halbfertigen Ansicht des Regensburger Weltkulturerbe „Stadtensembles“ (heißt offiziell tatsächlich so…) rumlaufen darf. Auf eine interessante Idee hat mich mein Papa gebracht: Anstatt die Orten, an denen ich gelebt habe wie früher als Sticker auf meinem Überseekoffer zu sammeln, könnte ich ja Tattoos sammeln. Wenns ned so &$%?!§$ weh tun würde….

Ich habe heute Nacht auch das erstemal von Strale geträumt. Wir wollten in meiner neuen WG Karten spielen, allerdings habe ich mit den Spielkarten nix anfangen können, da ich das bayerische Blatt gewöhnt bin und die norddeutsche Entsprechung nicht durchblickt habe. Kann mir Gott sei dank nicht passieren, da mein Mitbewohner aus München kommt!

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Februar 9, 2011 von in Stralsund, Tourismus selbst erlebt.

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